WEGBESCHREIBUNG | IMPRESSUM

Der Weg zur Reha

Ihr Weg zur Reha

Die nachfolgenden Informationen sind nach bestem Wissen zusammengestellt. Bitte setzen Sie sich unbedingt mit Ihrem Arzt und Ihrer Krankenkasse in Verbindung.

1) Vorbemerkung

Die Einweisung zur Rehabilitation sollte die konkrete Erkrankung, den Verlauf und die Schwere beschreiben und begründen, warum eine ambulante Behandlung nicht mehr ausreicht und eine stationäre Behandlung notwendig ist. Es könnten Ausführungen, wie z.B. „schwere Verlaufsformen, ambulant nicht verbesserbar, trotz ambulanter Behandlung Verschlechterung, alle ambulanten Möglichkeiten ausgeschöpft, massive Beschwerden etc. gemacht werden.

1. Der Medizinische Dienst stellt (im Auftrag der Krankenkassen an die Versicherten im Zusammenhang mit der medizinischen Reha häufig folgende Fragen:

  • 
Warum bzw. wegen welchen Beschwerden wird die Rehahmaßnahme beantragt ? 

  • Welche Therapien wurden wegen der Erkrankung in den letzten 12 Monaten durchgeführt ? 

  • Welche Beschwerdeminderung wurde durch die Behandlungsmaßnahme(n) vor Ort erreicht ? 

  • Was wurde sonst noch unternommen ? 

  • Wer hat zu einer Rehabilitationsmaßnahme geraten?

Bemerkung: Diese Fragen sollten mit dem einweisenden Arzt vor Beantragung einer Rehamaßnahme gründlich besprochen werden.

Durch fehlende Verwendung bestimmter Begriffe bei der Beantragung können Probleme bei der Kostenübernahme durch die Krankenkasse auftreten. Wichtig für die Beantragung einer medizinischen Rehahmaßnahme sind die Reha-Ziele. In diesem Zusammenhang wird häufig das Vorliegen folgender KrankheitsUmstände - die für eine stationäre Rehabilitation sprechen - erwartet : 


  • Beseitigung oder Minderung von Störungen einzelner Fähigkeiten und sozialer Beeinträchtigung als Folge einer Krankheit und auf Wiedereingliederung in das Erwerbsleben.
  • Trotz regelmäßiger dermatologischer Betreuung mit differenzierter Therapie weiterhin ein ausgeprägter Hautbefund.

  • Der für die notwendige externe Mehrfachtherapie benötigte erhebliche Zeitaufwand ist vom Patienten ambulant nicht zu leisten.
  • 
Nichtansprechen auf die übliche lokale Therapie bei ausgeprägten Hautveränderungen und zusätzlich beruflichen Belastungen mit erheblicher Gefährdung und Minderung der Leistungsfähigkeit. 

  • Chronisch-rezidivierender Verlaufsform der Hauterkrankung mit kürzeren symptomfreien Intervallen.
  • 
Ausdehnung über eine größere Körperfläche und/oder Lokalisation im sichtbaren Körperbereich

3. Folgende Fallgruppen können außerdem hinsichtlich des Reha-Bedarfs in Betracht kommen:

  • Der Versicherte war in den letzten zwei Jahren wegen derselben Krankheit bereits mehrfach arbeitsunfähig erkrankt. 

  • Der Versicherte war in den letzten zwei Jahren wegen derselben Krankheit länger als 42 Tage durchgehend arbeitsunfähig erkrankt. 

  • Der Versicherte wurde in den letzten zwei Jahren wegen derselben Krankheit stationär in einem Krankenhaus behandelt. 

  • Der Versicherte hat in den letzten vier Jahren wegen derselben Krankheit bereits eine medizinische Reha-Leistung in Anspruch genommen. 

  • Die Behandlungsmöglichkeiten vor Ort für die der Arbeitsunfähigkeit zugrunde liegenden Erkrankung sind ausgeschöpft.
  • 
Die Arbeitsunfähigkeit ist auf die besondere mit der ausgeübten Tätigkeit verbundene körperliche Beanspruchung zurückzuführen. Hierzu zählen beispielsweise belastende Umgebungseinflüsse, belastende Körperhaltungen (Haltearbeit, Zwangsarbeit), Heben und Tragen von schweren Lasten, Schicht und Akkordarbeit.

2) Antragsverfahren (mit Formulardownload)


Der Gesetzgeber hat der Rehabilitation einen hohen Stellenwert eingeräumt. Nach dem Prinzip „ambulant vor stationär“ hat die Rehabilitationsbehandlung grundsätzlich immer ambulant zu erfolgen und nur wenn eine ambulante Therapie keinen Erfolg verspricht, kann eine stationäre Rehabilitation genehmigt werden.

Voraussetzung - „Ich bin gesetzlich versichert“

Es gibt keine Liste von Erkrankungen, bei denen eine Rehabilitation durchgeführt werden kann. Das Recht auf Rehabilitation ergibt sich aus der Erfolglosigkeit der Heilmitteltherapie und der Aussicht durch Rehabilitation wieder am beruflichen und/oder gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.

Dies ist insofern wichtig, da nun insbesondere chronische Erkrankungen einen Zugang zur Rehabehandlung erhalten haben.

Einige Krankenkassen leiten einen Antrag auf Rehabilitation (bei Erwerbstätigen) gerne an den Rentenversicherungsträger weiter. Faustregel hier. Wer berufstätig ist leitet normalerweise den Rehaanspruch von der gesetzlichen Rentenversicherung ab (bei der er erfasst ist). Die Zuständigkeit der gesetzlichen Krankenversicherung / Krankenkassen für eine Rehamaßnahme besteht in der Regel für Schüler/Studenten, Hausfrauen, Rentner sowie bei Arbeitslosen.


Ist der Kostenträger die Rentenversicherung hat der Patient ein Wunsch- und Wahlrecht (gemäß § 33 Absatz 1 SGB I). Das bedeutet dass der Träger der Rehabilitation verpflichtet ist, bei der Entscheidung über die Leistung und bei der Ausführung die berechtigten Wünsche des Versicherten zu berücksichtigen (z.B. bei der Wahl der Klinik). Es muss sich jedoch um ein Vertragshaus der Rentenversicherung handeln. 
Ist der Kostenträger die Krankenkasse gilt das Recht der „freien Arztwahl“ allerdings muss zwischen den Krankenkassen und der Klinik ein Versorgungsvertrag bestehen.

Ablauf

Eine grafische Übersicht zum Ablauf eines Rehaantrages sehen Sie hier.

Stellen Sie einen formlosen Antrag auf Rehabilitation bei Ihrer Krankenkasse. Äußern Sie hierbei gleich den Wunsch in eine bestimmte Einrichtung zu kommen (z.B. TOMESA Fachklinik).

Bitten Sie Ihren Arzt, das Formular 60 auszufüllen [PDF-Download], und mit Ihrem formlosen Antrag zur Krankenkasse zu schicken.Die Krankenkasse sendet Ihrem Arzt das Formular 61 [PDF-Download].


Nach erfolgter Bewilligung kann die Rehabilitation beginnen. Bitte stimmen Sie dann rechtzeitig einen Aufnahmetermin mit uns ab.

Ihr Anspruch auf Rehabilitation

Sie haben einen gesetzlichen Anspruch (ein Recht) auf Rehabilitation



Wer in der Sozialversicherung versichert ist, hat einen Anspruch auf die notwendigen Maßnahmen zum Schutz, zur Erhaltung, zur Besserung und zur Wiederherstellung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit sowie zur wirtschaftlichen Sicherung bei Krankheit und Minderung der Erwerbsfähigkeit nach § 4 SGB I.



Rehabilitation ist eine Chance, wieder aktiv am Leben teilhaben zu können. Leistungen zur medizinischen Rehabilitation werden daher im SGB IX auch als Leistungen zur Teilhabe bezeichnet.



Mit Inkrafttreten der Gesundheitsreform 2007 ist die Rehabilitation zu einer Pflichtleistung der Krankenkassen geworden nach § 20 Abs. 2 SGB V, d.h., Ihre Ansprüche als Patient/ Versicherter sind erheblich gestärkt worden.



Der traditionelle Begriff "Kur" wird in der neuen Sozialgesetzgebung nicht mehr verwendet.



Wer Kostenträger ist, richtet sich nach den Hauptzielen der Rehabilitation und nach versicherungsrechtlichen Voraussetzungen. In den meisten Fällen sind die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) oder Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) zuständige Kostenträger. Darüber hinaus übernimmt auch die Private Krankenversicherung (PKV), je nach vertraglich vereinbartem Leistungsumfang, die Kosten.

Ablauf Reha-Antrag

Dem Rehaantrag geht eine umfassende Prüfung durch den Kostenträger voraus:

  1. der Antrag selbst wird von ihrem behandelnden Arzt  (Antragsformular) ausgefüllt und wird von ihm an den Kostenträger gesandt.
  2. Zuständig für Reha bei berufstätigem Antragsteller ist in der Regel der Rentenversicherer. Dies hängt auch mit der Prüfung der Frage zusammen, ob beim Antragsteller gegebenen falls noch eine anschließende berufliche Rehamaßnahmen (z.B.  Umschulung nach medizinischer Reha) notwendig ist.
  3. Bei der Gruppe der Rentner, Hausfrauen, Schüler und Studenten ist die Gesetzliche  Krankenversicherung / Krankenkasse zuständig.
  4. Bei Ablehnung einer Rehamaßnahme (was nach neueren Untersuchungen in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle vorkommt) kann eine Widerspruchsmaßnahme doch  noch den gewünschten Erfolg der Kostenübernahme der Rehamaßnahme bringen. Es wird heute nach den Erkenntnissen der Selbsthilfegruppen oft sehr schnell abgelehnt.
  5. Wenn Sie hier nicht wissen wie Sie vorgehen sollen hilft Ihnen sicherlich auch gerne ein Sozialverband. Erkundigen Sie sich - sicherlich gibt es auch an Ihrem Wohnort oder in 
der Nähe eine Geschäftsstelle des VdK oder des SoVD (in den östlichen Bundesländern).
  6. Eine Besonderheit besteht bei den Sozialverbänden auch darin, dass diese rechtsberatend tätig sein dürfen. Die Mitgliedbeiträge sind nicht sehr hoch und für Mitglieder der Selbsthilfegruppen z.B. des Pso-Bund gibt es kostensenkende Vorzugsregelungen.